• Hessisches Landessozialgericht erkennt Meniskusschäden bei Profifußballern als Berufskrankheit an

    by  • 19. November 2013 • Rechtsprechung

    Das Urteil:

    Das Hessische Landessozialgericht in Darmstadt hat mit Urteil vom 30. September 2013, Az.: L 9 U 214/09, entschieden, dass Meniskusschäden bei Fussballern der obersten vier Spielklassen infolge der mehrjährigen andauernden oder häufig wiederkehrenden, die Kniegelenke überdurchschnittlich belastenden Tätigkeit als Berufskrankheit anzuerkennen sind.

     

    Der Sachverhalt:

    Geklagt hatte ein ehemaliger Profifussballer. Dieser hatte nach mehreren Jahren als Lizenzspieler einen Meniskusschaden am Knie erlitten. Die zuständige Berufsgenossenschaft wollte die Erkrankung nicht als Berufserkrankung anerkennen. Ihr fehlte die notwendige Wahrscheinlichkeit dafür, dass die konkrete Tätigkeit als Fussballer Ursache für die Meniskusschädigung sei.

     

    Die Entscheidung:

    Das Landessozialgericht Darmstadt verurteilte die Berufsgenossenschaft jedoch dazu, die Meniskusschädigung als Berufskrankheit anzuerkennen. Die Richter sind der Auffassung, dass die Kniegelenke von Profifussballern zumindest in der 1. bis 4. Liga überdurchschnittlich stark belastet werden. Wer in diesen Spielklassen über drei Jahre Profisport betreibt, kann Meniskusschäden mit der für die Anerkennung einer Berufserkrankung ausreichenden Wahrscheinlichkeit auf seine sportliche Betätigung zurückführen. Hierbei beziehen die Richter die Spieler der unteren Spielklassen ausdrücklich mit ein. Einesteils, weil auch dort davon auszugehen ist, dass die Spieler sich einem nahezu täglichen Training unterziehen, andernteils, weil die Kniebelastung in den niedrigeren Spielklassen (3. und 4. Liga) aufgrund der geringeren technischen Fertigkeiten, der schlechteren Trainingsbedingungen sowie der stärker kampf- und körperbetonten Spielweise sogar noch höher sein kann, als in der 1. und 2. Liga.

    Die Revision wurde nicht zugelassen.

     

    Fazit:

    Der Weg zum Sozialgericht kann sich gerade für Profisportler niedriger Spielklassen lohnen, wenn diese aufgrund von Verletzungen frühzeitig ihre Karriere beenden müssen.

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    Boris Maskow

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