• Steuerrecht: BMF-Schreiben: Regelmäßige Arbeitsstätte bei mehreren Tätigkeitsstätten

    by  • 14. Januar 2012 • Rechtsprechung

    Der BFH hat in einer Reihe von Urteilen seine Rechtsprechung zur Entfernungspauschale bei mehreren Tätigkeitsstätten geändert. Demnach kann ein Arbeitnehmer jetzt nicht mehr als eine regelmäßige Arbeitsstätte je Arbeitsverhältnis innehaben. Die Entfernungspauschale ist also nur noch für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte anzusetzen. Fahrten zu anderen Arbeitsstätten sind als Werbungskosten einer Auswärtstätigkeit geltend zu machen.

    Das BMF nimmt in einem Schreiben vom 15. Dezember 2011 dazu Stellung, wie eine regelmäßige Arbeitsstätte zu bestimmen ist:

    In der Regel ist von einer regelmäßigen Arbeitsstätte auszugehen, wenn der Arbeitnehmer auf Grund der dienstrechtlichen/arbeitsvertraglichen Festlegungen

    – einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers dauerhaft zugeordnet ist

    oder

    – in einer betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers arbeitstäglich, je Arbeitswoche einen vollen Arbeitstag oder mindestens 20 Prozent seiner vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit tätig werden soll (Prognoseentscheidung).

    Wird im Einzelfall hiervon abweichend geltend gemacht, dass entsprechend den Grundsätzen der oben genannten Entscheidungen des BFH eine andere betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers eine regelmäßige Arbeitsstätte ist oder keine regelmäßige Arbeitsstätte vorliegt, ist dies anhand des inhaltlichen (qualitativen) Schwerpunktes der beruflichen Tätigkeit nachzuweisen oder glaubhaft zu machen.

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