• Hessisches Landessozialgericht erkennt Kniebelastung von Müllwerkern als Berufskrankheit an

    by  • 15. Mai 2012 • Rechtsprechung

    Mit Urteil vom 7. Mai 2012 hat das LSG Darmstadt entschieden, dass die Meniskuserkrankung eines Müllmanns als Berufskrankheit anzuerkennen und zu entschädigen ist.

     

    Der Sachverhalt:

    Ein Müllmann erlitt ein Verdrehtrauma im rechten Kniegelenk. Die Berufsgenossenschaft (BG) lehnte eine Entschädigung ab. Sie war der Meinung, es handle sich bei der festgestellten Meniskusverletzung nicht um die Folge eines Arbeitsunfalls. Die BG meinte außerdem, Müllmänner seien besonderen Kniebelastungen überhaupt nicht ausgesetzt. Deshalb könne eine Berufskrankheit nicht vorliegen. Der Verletzte klagte auf Anerkennung seiner Verletzung als Berufskrankheit. Die täglichen Bewegungsabläufe und die dameit einhergehende Arbeitsbelastung entsprächen der eines Profisportlers.

     

    Die Entscheidung:

    Das Hessisches Landessozialgericht Darmstadt hat die BG antragsgemäß verurteilt. Die Richter erkannten an, dass die Bewegungsabläufe von Müllmännern beim ständigen Laufen und Springen auf unebenem Untergrund sehr wohl denen von Hochleistungssportlern wie Fußball-, Handball- und Basketballspielern vergleichbar seien. Da Meniskuserkrankungen von Leistungssportlern als Berufskrankheiten anerkannt sind, könne dies dem Kläger nicht verwehrt sein. Die Auffassung der BG hielten die Richter für eher theoretischer Natur.

    Diese Seite druckerfreundlich anzeigen

    Boris Maskow

    About