• Erhöhter Benzinverbrauch beim Neuwagen: Kaufpreis zurück!

    by  • 6. September 2013 • Kanzlei, Rechtsprechung

    Der Kraftstoffverbrauch von Autos sinkt von Jahr zu Jahr dank spritsparender Technologien und einem immer stärker werdenden Bewusstsein für umweltschonende Fahrweise. Neufahrzeuge werden immer leichter und die Motoren benötigen bei gleichbleibender Leistung gleichviel oder sogar weniger Benzin als noch vor wenigen Jahren. Ärgerlich ist es daher, wenn man sich für ein Neufahrzeug entscheidet und nach den ersten Wochen der Benutzung feststellen muss, dass der Benzinverbrauch viel höher liegt, als in der Fahrzeugbroschüre angegeben.

    Dazu muss man wissen, dass der offizielle Kraftstoffverbrauch von Neufahrzeugen nach einem EU-weit normierten Verfahren unter Laborbedingungen ermittelt wird. Der auf diese Weise festgestellte Kraftstoffverbrauch im Sinne des § 2 Pkw-EnVKV in Verbindung mit Art. 2 Nr. 5 der Richtlinie 1999/94/EG wird in der Konformitätsbescheinigung (auch EWG – Übereinstimmungsbescheinigung, Certificate Of Conformity oder COC-Zertifikat genannt) ausgewiesen und ist bei der Zulassung von Fahrzeugen vorzulegen. Diese Verbrauchswerte sind meist wesentlich niedriger, als Verbrauchswerte, die sich in der alltäglichen Fahrpraxis einstellen. Das allein ist noch kein Grund zur Besorgnis, denn je nach Bereifung, Fahrweise, Zuladung, Betankung, Art und Zustand der befahrenen Straßen sind solche Abweichungen völlig normal.

    Das dachte sich zunächst auch ein von der Kanzlei Adam & Partner betreuter Mandant, dessen neues SUV eines bayerischen Motorenwerks zunächst viel Freude am Fahren vermittelte. Doch als der Verbrauch selbst nach langen Autobahnfahrten mit gemäßigter Fahrweise erheblich höher war, als in dem Prospekt des Fahrzeugs angegeben, wurde er stutzig. Er protokollierte den Verbrauch und kam im Alltag auf eine erhebliche Differenz von knapp 55% gegenüber dem Kombinationswert laut EU-Norm. Das Autohaus und der Hersteller erklärten, es handle sich um übliche Abweichungen und lehnten jede Einstandspflicht ab.

    Die Kanzlei Adam & Partner leitete daraufhin ein Beweisverfahren gegen das Autohaus ein. Denn ein drastisch erhöhter Kraftstoffverbrauch ist ein Sachmangel, der den Käufer von der zur Kaufpreisminderung bis hin zum Rücktritt berechtigen kann. Daher galt es, den tatsächlichen Verbrauch des Fahrzeugs nach der EU-Norm zu bestimmen. In dem von der Kanzlei Adam & Partner geführten Verfahren konnte bewiesen werden, dass die Erheblichkeitsschwelle überschritten war. Die Kanzlei Adam & Partner konnte deshalb für den zufriedenen Mandanten eine vollständige Rückabwicklung des Kaufvertrags durchsetzen.

    Haben auch Sie Probleme mit erhöhtem Benzinverbrauch beim Neufahrzeug? Dann sprechen Sie uns einfach an!

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    Boris Maskow

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